ALUMINIUM 2022: Interview mit Projektleiter Malte Seifert

Back to Beiträge

Die Branchen-Leitmesse ALUMINIUM geht Ende September 2022 neu an den Start. Für die Aluminiumbranche, die auf Impulse zur Ankurbelung des Geschäfts wartet, ist der geplante Re-Start ein gutes Signal. Die Zeichen stehen also auf Aufbruch, wie Malte Seifert, Projektleiter der ALUMINIUM-Messe, im Interview mit der Aluminium Praxis bestätigt.

APR: Herr Seifert, Sie stehen seit rund zwei Jahren am Ruder der ALUMINIUM und haben die Messe in schwierigen Zeiten übernommen. Endlich öffnet sich nun Anfang April der Ticketshop für eine Weltleitmesse im September. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Malte Seifert: Die beiden vergangenen Jahre waren für die gesamte Aluminiumindustrie sehr herausfordernd und mit vielen Höhen und Tiefen verbunden. Als Messebetreiber ist es uns natürlich nicht anders ergangen. Dass wir uns nun diesem wichtigen Meilenstein nähern – und auch Besucher für die ALUMINIUM begeistern dürfen –, darauf haben wir lange hingefiebert. Am meisten freue ich mich darauf, die Menschen endlich wieder physisch treffen zu können. Den vielen Kontakten, die ich während der Pandemie nur über einen Bildschirm kennenlernen durfte, endlich auch auf der Messe zu begegnen. Und Unternehmen wieder dabei unterstützen zu dürfen, ihr Geschäft entscheidend auszubauen.

Malte Seifert, Projektleiter der ALUMINIUM 2022. Foto: RX

„Wir bringen die Branche auf einer großen Plattform zusammen“

APR: Nach Corona stellt Sie jetzt die Ukraine-Krise vor die nächste Herausforderung. Wie erleben Sie persönlich und als Verantwortlicher diese aufreibenden Zeiten?

Malte Seifert: Mir geht es da wohl nicht anders als Ihnen und allen anderen Menschen: Die Ereignisse und die damit verbundenen Konsequenzen – vor allem das Leid der Menschen in der Ukraine – erschüttern mich zutiefst. Und welche Auswirkungen dieser Krieg auf die Weltwirtschaft hat, sehen wir ja unter anderem an der aktuellen Preisentwicklung nicht nur von Rohöl, sondern eben auch bei Aluminium. Die Branche ist nun nach der Pandemie mit einer neuen, einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert, die den Markt zusätzlich stresst. Und auch deshalb ist jetzt wichtig, die Aluminiumindustrie wieder auf einer großen Plattform zusammenbringen, um Austausch zu ermöglichen. Darüber hinaus können wir so auch Sichtbarkeit der Industrie bei der Politik schaffen, damit für die massiven Herausforderungen, vor denen wir stehen, auch entsprechende Lösungen gefunden werden.

APR: Ende September wird nach vier Jahren also wieder eine ALUMINIUM-Messe veranstaltet. Wie ist der Stand der Vorbereitungen?

Malte Seifert: Wir sind damit mehr als zufrieden. Die Auslastung der geplanten Ausstellungsfläche liegt aktuell bei über 95 Prozent, und jeden Tag bekommen wir Anfragen von Ausstellern, die im Herbst dabei sein und ihre Innovationen vorstellen wollen.

Vier Themenschwerpunkte

APR: Können Sie uns schon einen Einblick in die geplanten Aktivitäten geben? Welche Themenschwerpunkte planen Sie?

Malte Seifert: Wir haben gemeinsam mit den führenden Branchenverbänden die Schwerpunkte auf die wichtigsten Themengebiete der Industrie gelegt. Konkret: Neue Mobilität, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Additive Fertigung sowie der Bau- und Konstruktionssektor. Diese Themen werden wir auch in Zusammenarbeit mit Aluminium Deutschland im Zuge der ALUMINIUM Conference auf die Bühne holen – mit Experten, Key Playern und vor allem auch den Kunden der Aluminiumindustrie. Des Weiteren haben wir für die wichtigsten Entwicklungen thematische Sonderschauen entwickelt.

APR: Welche sind das?

Malte Seifert: In Halle 6 wird die „Innovation Plaza Sustainability & Recycling“ Informationen, Best Practices und Innovationen zum Thema Nachhaltigkeit und Circular Economy vermitteln. Wir sind sehr froh, dass wir für dieses Thema das führende und in der Aluminiumindustrie bekannte Business-Intelligence-Unternehmen CRU und ihre Analysten gewinnen konnten, denn damit sind wirklich einzigartige Insider und echter Mehrwert für Besucher und Aussteller zu erwarten.

In Halle 5 wird die „Innovation Plaza Additive & Digital Manufacturing“ umgesetzt. Hier werden die vielfältigen und vor allem neuen technischen Möglichkeiten, die der 3D-Druck von Aluminium bietet, gezeigt. Und auch hier haben wir großartige Partner gewonnen: das ACAM der RWTH Aachen – eine der führenden Institutionen im Bereich der additiven Fertigung mit Aluminium. Und die Kollegen von Quartz Business Media, die mit ihrem „Future Aluminium Forum“ schon lange in diesem Bereich tätig sind. Beide werden für spannende Insights und Speaker sorgen.

Neue Partnerschaft mit CRU group

APR: Die Energiepreise steigen steil an, das Thema bewegt die Branche. Werden Sie dieser Problematik auf der Messe Raum geben?

Malte Seifert: Ja, selbstverständlich! Hier haben wir mit den führenden Fachverbänden, aber auch insbesondere durch unsere neue Partnerschaft mit der CRU Group, einen einzigartigen Zugang zu Informationen und den besten Analysten im Aluminiumbereich. Das Thema ist natürlich essenziell für die Branche, und wir werden sicherstellen, dass hier keine Fragen unbeantwortet bleiben.

APR: Für Besucher aus der Aluminium-Prozesskette ist die Messe seit vielen Jahren eine feste Größe im Kalender. Wie aber wollen Sie das Interesse neuer Besucher, speziell aus den Anwendungsbereichen wie der Automobilindustrie oder dem Bausektor, wecken?

Malte Seifert: Den Anwendungsindustrien ergeht es wie der Aluminiumindustrie selbst: Sie durchlaufen derzeit einen nie dagewesenen Wandel. Und für viele der ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Industrien bietet Aluminium schon heute die Lösung. Die zahlreichen neuen Themen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern nach Düsseldorf bringen, werden auch für diese Zielgruppen einen nie dagewesenen Mehrwert bieten. Ich bin sicher, dass wir damit auch neue Zielgruppen ansprechen werden – und dadurch auch zum weiteren Wachstum unserer Kunden und Aussteller beitragen können.

Zahlreiche digitale Angebote

APR: Ohne digitale Angebote kommt heute keine Messe mehr aus. Welche digitalen Angebote plant RX zur ALUMINIUM 2022?

Malte Seifert: Wie Sie sich vorstellen können, haben wir im Verlauf der Pandemie konzernweit die unterschiedlichsten digitalen Produkte getestet. Nicht alles hat sich bewährt, aber vieles haben wir dauerhaft implementiert. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Mit dem Audio Guide bieten wir den Besuchern einen perfekten Messestart. Sie haben beim Check-in die Möglichkeit, Audio Guided Tours zu starten, die sie durch die Messe leiten. Die Lead-Management-App Emperia sorgt für einfaches Sammeln, Verwalten und Nachbereiten der Messekontakte. Die gesammelten Leads können sofort online in der App angezeigt werden, man kann Notizen oder auch Bewertungen hinzufügen und am Ende einen vollständigen Lead-Bericht erstellen. Aber wie gesagt: Wir werden noch einiges mehr bieten!

APR: Die ALUMINIUM findet nicht wie gewohnt in den Messehallen 9-14 sondern in den Hallen 1-7 auf dem Düsseldorfer Messegelände statt. Wie wirkt sich der Umzug auf die Planung aus?

Malte Seifert: Die Messe wird von diesem neuen Hallenbereich profitieren. Der neue Eingang Süd mit Blick in Richtung der Düsseldorfer Innenstadt ist absoluter Mehrwert für die Messe Düsseldorf und deren Projekte und somit natürlich auch für die ALUMINIUM. Und der Umzug wird uns eine noch bessere Hallenaufteilung und Besucherführung ermöglichen. Hinzu kommen die vereinfachte Nutzung der neuen Tiefgarage an der Halle 1 oder auch der Kurt-Schoop-Lounge als VIP-Lounge. All dies wird zum Vorteil unserer Aussteller und Besucher sein.

Neue Hallen mit mehr Entwicklungsmöglichkeiten

APR: Und wie fiel die Reaktion der Aussteller auf den Umzug und die neuen Standplätze aus?

Malte Seifert: Durchweg positiv! Die Aussteller erkennen den Mehrwert des neuen Geländebereichs sowie die Vorteile, die ihnen eine intuitive Besucherführung und Hallensegmentierung ermöglicht. Darüber hinaus bietet der neue Geländebereich der ALUMINIUM für die Zukunft viel mehr Entwicklungsbereiche als dies in den Hallen 9-14 der Fall gewesen ist.

APR: RX bietet den Ausstellern ein neues und nachhaltiges Standbaukonzept an. Können Sie uns dazu Details nennen?

Malte Seifert: Wir wollen ja nicht nur über Sustainability sprechen – wir müssen sie auch selbst leben. Im Zuge des neuen Messekonzepts haben wir sämtliche Pavilions und Sonderschauen mit neuem Standbau unseres eigenen Unternehmens „StandOut“ geplant. Das Material ist dabei so gewählt, dass es im Anschluss an die Messe vollständig abgebaut und für weitere Messen von RX wiederverwendet werden kann. Wir werden lediglich beschädigte oder für individuelle Bedürfnisse bearbeitete Materialien entsorgen müssen.

APR: Herr Seifert, vielen Dank für das Gespräch.

Share this post

Back to Beiträge