Aluminiumindustrie stoppt Produktionsrückgänge

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Die während der Corona-Pandemie von Produktionsrückgängen getroffene deutsche Aluminiumindustrie sendet positive Signale.

Die deutsche Aluminiumindustrie wies im ersten Quartal 2021 nicht mehr in allen Bereichen Produktionsrückgänge aus. Betroffen waren jedoch noch die Rohmetallerzeugung und die Weiterverarbeitung. Das berichtet der WGM Wirtschaftsverband Großhandel Metallhalbzeug in seinem aktuellen Konjunktur-Update.

Sonderkonjunktur im Handel

„Viele Bereiche unserer Branche befinden sich seit Beginn des Jahres in einer Art Sonderkonjunktur, mit einer hohen Nachfrage nach Erzeugnissen und Dienstleistungen auf der einen Seite und einem nicht ausreichenden Angebot von Metallhalbzeugen auf der anderen“, berichtet der WGM. Die Produktionskapazitäten der Werke seien international ausgelastet und die Lieferzeiten überdurchschnittlich lang. Antidumpingzölle auf chinesische Strangpress- und Walzprodukte verstärkten die Angebotsknappheit dieser Produkte auf dem EU-Markt. Ein Teil der zuvor aus China importierten Mengen würden zwar inzwischen in der EU gefertigt. Die Produktionsverlagerung könnte allerdings zu einer Verknappung an Vormaterial zur Fertigung von Aluminiumhalbzeug insgesamt beitragen. Der rasante Anstieg der Bolzenprämien könne als ein Hinweis auf nicht ausreichende Angebots- und Produktionskapazitäten gedeutet werden. Seit Mai 2020 hat sich die Bolzenprämie, die erhoben wird, um den Rohstoff Aluminium in verarbeitbare Form zu bringen, mehr als vervierfacht.

Knappe Hilfsstoffe

Nicht leichter mache die Situation für viele Unternehmen, dass es immer schwieriger werde, ausreichende Transportkapazitäten zu finden und auch Hilfsstoffe, wie Holz als Verpackungsmaterial, sehr knapp seien. Die Preise für die Frachtraten und Hilfsstoffe hätten entsprechend zugelegt. Zusätzlich erreichten die Notierungen für Kupfer, Aluminium und andere wichtige Legierungsmetalle dieser Werkstoffe in den zurückliegenden Wochen immer wieder neue Spitzenwerte. Dieser Preisanstieg sei nicht nur auf die gegenwärtig hohe Nachfrage nach zurückzuführen, sondern auch auf Spekulation, so der WGM.

Ausschlaggebend für die Lage, in der sich viele WGM-Mitgliedsunternehmen gegenwärtig befinden, seien aus konjunktureller Sicht die sehr lebedinge internationale Industrieproduktion und ein schnell wachsender globaler Handel, die den deutschen Exportmotor rund laufen lassen. Die Exportnachfrage gebe dem hiesigen Verarbeitenden Gewerbe frischen Wind in die Segel. Wachstumsimpulse gingen gleichzeitig von den steigenden Ausrüstungsinvestitionen deutscher Unternehmen aus. In dieser Situation seien metallische Halbzeuge ein begehrter, aber nicht ausreichend verfügbarer Input. Einen Anteil an der Marktsituation hätten zusätzlich strukturelle Faktoren, wie die in den zurückliegenden Jahren nicht ausreichend ausgebauten Minenkapazitäten.

Produktionsrückgänge in der Weiterverarbeitung

Im ersten Quartal 2021 wurden 288.000 t Rohaluminium erzeugt, drei Prozent weniger als in den ersten drei Monaten 2020. Die Herstellung von Rohaluminium teilte sich auf 128.000 t Hüttenaluminium und 160.000 t Recyclingaluminium auf. Der Recyclinganteil am Rohaluminium betrug damit 56 %.

Die Erzeugung von Halbzeug belief sich im ersten Quartal 2021 auf 662.000 t und lag auf Vorjahresniveau. Im Bereich Strangpressprodukte stieg die Produktion um 7 % an. Maßgeblich hierfür dürfte laut WGM das Antidumping‐Verfahren gegenüber China sein, das für verbesserte Wettbewerbsbedingungen sorgte. So nahmen die deutschen Importe aus China um über 70 % ab.

In der Weiterverarbeitung wurden im Zeitraum Januar bis März 2021 81.000 t hergestellt. Die Produktion verringerte sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 %. Während die Fertigung von Folien und dünnen Bändern um 8 % auf 63.000 t sank, ging die Ausbringungsmenge von Tuben, Aerosol‐ und sonstigen Dosen um 12 % auf 10.000 Tonnen zurück. Die Produktion von Pulver sank um 10 % auf 8.000 t.

Aluminiumindustrie will Vorkrisenniveau in 2022 erreichen

Die deutsche Aluminiumindustrie geht zu einem Großteil vom Erreichen des Vorkrisenniveaus im Jahr 2022 aus. Die Verfügbarkeit von Vormaterial ist aktuell die bedeutendste Produktionsbehinderung.

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