BMWi legt Analyse des Stromverbrauchs 2030 vor

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Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine ausführliche Analyse zur Entwicklung des Stromverbrauchs bis 2030 vorgelegt.

In der Analyse wird der Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 auf 658 Terrawattstunden (TWh) geschätzt. In der vorläufigen Schätzung, die Bundeswirtschaftsminister Altmaier im Juli dieses Jahres vorgelegt hatte, war eine Bandbreite von 645 bis 665 TWh für den Bruttostromverbrauch 2030 ermittelt worden.

Die aktualisierte Abschätzung basiert auf laufenden Szenariorechnungen der Prognos AG, in denen die aktuellen Ziele des Klimaschutzgesetzes für das Jahr 2030 berücksichtigt wurden. Der Anstieg des Stromverbrauchs ist vor allem zurückzuführen auf den Verkehrssektor und den steigenden Anteil der E-Mobilität, die elektrischen Wärmepumpen in Gebäuden und Wärmenetzen, die Erzeugung von Elektrolyse-Wasserstoff sowie die Produktion von Batterien. Eine steigende Stromeffizienz und der rückläufige Kraftwerkseigenverbrauch aufgrund des Ausstiegs aus Kernenergie und Kohle dämpfen den Anstieg des Stromverbrauchs. Die Ergebnisse werden in dem hier abrufbaren Kurzpapier näher erläutert.

Verkehrssektor ist Haupttreiber der Stromverbrauchs-Zuwachses 

Haupttreiber des Verbrauchsanstiegs ist der Verkehrssektor. Insbesondere die gesteigerte Elektromobilität im Straßenverkehr trägt zum Anstieg bei (+68 TWh). Davon entfallen rund 44 TWh auf die Pkw, 7 TWh auf leichte Nutzfahrzeuge und 17 TWh auf schwere Nutzfahrzeuge. Wird zusätzlich der Stromverbrauch für Busse und Zweiräder hinzugezählt, ergibt sich im Jahr 2030 insgesamt ein Stromverbrauch für die Elektromobilität von rund 70 TWh (ohne Schienenverkehr).

Analyse lässt offen, wie der Mehrverbrauch gedeckt wird

Gemessen an den Stromverbrauchswerten von 2020 (565 TWh) bedeutet die BMWi-Prognose einen Anstieg des Stromverbrauchs von 16,5 %. Rund 64 TWh Strom wurden 2020 in Kernkraftwerken produziert, 92 TWh in Braunkohle- und 43 TWh in Steinkohle-Kraftwerken. Erneuerbare Energien trugen 252 TWh zur Stromerzeugung bei. Wie der Stromverbrauchszuwachs von 93 TWh gedeckt werden soll, insbesondere bei Stilllegung von Kohle- und Kernkraftwerken, beantwortet das BMWi-Papier nicht.

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