Enge Kooperation im Bereich Aluminiumzuschnitte

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Weinmann Aach und die österreichische Briganto pflegen seit zwei Jahren eine intensive Kooperation im Bereich Aluminiumzuschnitte.

Weinmann Aach aus Dornstetten im Schwarzwald arbeitet in enger Kooperation mit Briganto aus Österreich und hat bereits die vierte Maschine für Aluminiumzuschnitte in Betrieb genommen. Vor etwa zwei Jahren entschied sich Weinmann Aach erstmals für eine Aluminiumplattensäge der jungen österreichischen Marke Briganto. Mit der Cross Cut folgte nur kurze Zeit später eine Hochleistungs-Profil- und Ablängsäge. Mit ihrer hohen Effizienz und Präzision hat Briganto überzeugt und es entstand eine enge Kooperation.

Wir sprachen mit Simon Schultz, Vorstand Logistik bei Weinmann Aach, und Siegi Flatz, Verkaufsleiter bei Briganto, über die erfolgreiche Zusammenarbeit und die technischen Merkmale der Sägeanlagen.

 APR: Bitte stellen Sie Ihre Unternehmen kurz vor?

Simon Schultz: Die Weinmann Aach Gruppe ist ein Metallhandelsunternehmen mit Sitz in Dornstetten im Schwarzwald. Kunden aus dem gesamten metallverarbeitenden Gewerbe werden mit Halbzeugen aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und Buntmetallen beliefert. Die Tiefe und Breite des Sortiments sucht europaweit seinesgleichen.

Unser Service reicht weit über die Lieferung von Stahl, Edelstahl und Aluminium hinaus. Anspruch ist seit der Firmengründung 1950, gemeinsam mit dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu schaffen. Dafür sorgt vor allem ein motiviertes Team aus rund 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an sechs Standorten in Deutschland und Frankreich.

Siegi Flatz: Die Firma Briganto wurde 2016 gegründet und hat sich von Anfang an zu 100 % auf die aluminiumverarbeitende Industrie konzentriert. Auf der Aluminiummesse 2018 in Düsseldorf haben wir dann gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Fill Maschinenbau die erste Plattensäge für Aluminium präsentiert. Mittlerweile dürfen wir zahlreiche namhafte Unternehmen in Europa, Amerika und auch Südostasien als zufriedene Kunden nennen.

Mit der Plattensäge „Alu Preciser“, der Profilsäge „Cross Cut“ und zahlreichen kundenspezifischen Automatisierungslösungen steht Briganto heute mit mittlerweile über 20 Mitarbeitern und mehreren Vertriebs- und Servicepartnern für innovative Technologie in Sachen Aluminiumsägen und Automatisierung.

Hochleistungs-Profil- und Ablängsäge Cross Cut von Briganto. Foto: Weinmann Aach

APR: Wie groß ist der Maschinenpark von Weinmann Aach und welche Anarbeitungs-Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Simon Schultz: Die Weinmann Aach AG bietet inzwischen für nahezu alle Produktbereiche Services im Bereich Anarbeitung an. Dazu gehören Profilzuschnitte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium (gerade oder auf Gehrung) und Plattenzuschnitte aus Stahl und Aluminium. Unser Standort in Schwäbisch Gmünd hat sich in den letzten Jahren zu unserem „Bearbeitungszentrum“ entwickelt. Hier verfügen wir über mehr als 30 Band- bzw. Kreissägen, drei Blockbandsägen und zwei Aluminiumplattensägen. Außerdem können wir Leistungen wie das Zentrieren von Stäben und Sägeabschnitten, Bohren, Fräsen und Entgraten sowie Veredelungen wie Verzinken, Eloxieren, Pulverbeschichten, Strahlen und Folieren anbieten.

Briganto überzeugt durch hohe Effizienz und Präzision

APR: Wodurch zeichnen sich Ihre Unternehmen aus? Was können Sie, was andere nicht können?

Simon Schultz: Weinmann Aach bietet ein Komplettpaket in Sachen Metalle. Mit unserem Lagerprogramm decken wir nahezu alle Anforderungen unserer Kunden ab – vom kleinen Schlosser von nebenan bis zum großen Automobilzulieferer. Alles, was wir nicht auf Lager haben, können wir innerhalb kürzester Zeit bei einem unserer Partner besorgen. Nicht zuletzt seit Inbetriebnahme der Sägeanlagen von Briganto können wir Material exakt nach Kundenwunsch und mit höchster Schnittqualität bearbeiten und veredeln. Serienteile lagern wir bei uns ein und liefern pünktlich zum Wunschtermin. In dieser Übernahme von Produktionsschritten liegt für Kunden der entscheidende Vorteil.

Siegi Flatz: Mit zahlreichen Projekten in verschiedensten Bereichen der aluminiumverarbeitenden Industrie wie beispielsweise der Verbindung einer Querteil- mit einer Zuschnittanlage, einer vollautomatischen Gussplattenfertigung, einer vollautomatischen Profilsäge mit Teilereinigung und Verpackung oder dem vollautomatische Plattenzuschnitt für Serienproduktionen bis hin zu Losgröße 1 entwickeln wir uns täglich weiter.

Aufgrund der kompromisslosen Spezialisierung auf Aluminium überzeugen wir neben Maschinen mit vielen Alleinstellungsmerkmalen vor allem im Servicebereich: Flexible, schnelle und kompetente Ansprechpartner garantieren eine erfolgreiche Zusammenarbeit auch nach der Inbetriebnahme.

Erfolgreiche Kooperation im Bereich Aluminiumzuschnitte

APR: Welche Anforderungen stellen die Kunden aus der Aluminiumindustrie an Briganto?

Siegi Flatz: Aus langjähriger Erfahrung und tiefgreifender Branchenkenntnis wissen wir, vor welchen Herausforderungen die aluminiumverarbeitende Industrie steht. Aus diesem Wissen entwickeln wir die für den einzelnen Kunden individuell zugeschnittene Maschinen- und Automatisierungslösung. Im Klartext: Am Anfang jedes Projektes gilt es, die richtigen Fragen zu stellen und Daten entsprechend auszuwerten. Gerade auch in diesem Prozess unterstützen wir mit langjährigem Know-how.

APR: Weinmann Aach hat aktuell eine neue Sägeanlage von Briganto in Betrieb genommen. Welche Zielsetzung ist damit verbunden?

Simon Schultz: Mit den Investitionen in die innovativen Sägeanlagen aus dem Hause Briganto wurden die Kapazitäten im Bereich Aluminiumzuschnitte nochmals deutlich erhöht; hier soll ein neuer Schwerpunkt gesetzt werden. Die Plattensäge Alu Preciser ist auf die täglichen Anforderungen beim Sägen von Aluminium ausgerichtet. Mit zahlreichen Alleinstellungsmerkmalen in Sachen Genauigkeit und Schnittqualität wird sie den technischen Anforderungen unserer Kunden in vielerlei Hinsicht gerecht.

APR: Würden Sie uns bitte die technischen Merkmale der Ihrer Produkte skizzieren?

Siegi Flatz: Wir hatten sowohl beim „Alu Preciser“ als auch bei der „Cross Cut“ die einmalige Gelegenheit, technische Lösungen für die täglichen Anforderungen unserer Kunden beim Sägen von Aluminiumplatten und -profilen umzusetzen – frei von irgendwelchen Zwängen oder Standards. Die massive Bauweise der Anlagen, sie sind ungefähr doppelt so schwer wie vergleichbare Modelle, garantiert Langlebigkeit, höchste Präzision und bringt die Leistung der starken Sägemotoren „auf die Straße“. Beim Thema Materialschonung punkten die Maschinen mit innovativer Druckbalkentechnologie, revolutionärem Späneabsaugsystem und austauschbaren Maschinentischoberflächen. Aber nicht nur die Hardware sondern auch die Sicherheitstechnik und Software der Maschinen wurde grundlegend neu konzipiert.  So soll die Maschinenbedienung ähnlich einfach wie der Umgang mit dem Smartphone sein. Wir haben das „Vorstandstaugliche Maschinenbedienung“ genannt.

Höchste Präzision in Länge und Winkel

APR: Weinmann Aach hat bereits Erfahrungen mit der Profilsäge Cross Cut, was überzeugt Sie bei der Anlage?

Simon Schultz: Vorteil der Säge ist vor allem, dass der Sägeblattüberstand für optimierte Schnittqualität und gratarmes Sägen frei definierbar ist und so höchste Präzision in Länge und Winkel garantiert. Die Cross Cut ist äußerst flexibel – das Sägen von dünnwandigen Profilen bis zur massiven Rundstange ist alles auf einer Maschine möglich – und das ohne Umrüsten. Zudem ist das gleichzeitige Sägen von mehreren Profilen neben- und auch übereinander möglich. Die hohe Produktivität der Anlage ermöglicht beste Stundensätze und damit konkurrenzfähige Preise auf dem Markt. Weiterer Vorteil: Unsere Mitarbeitenden konnten in kürzester Zeit im Umgang mit der Säge geschult werden. Auch in Sachen Service und technischem Support haben wir mit dem Team von Briganto beste Erfahrungen gemacht.

APR: In der Metall-Sägetechnik geht die Entwicklung zu einer stetigen Leistungssteigerung der Maschinen, die kundenindividuell gefertigt und energieeffizient ausgelegt sind – lassen sich diese gegenteiligen Anforderungen überhaupt unter einen Hut bringen?

Siegi Flatz: Es sollten drei Teilbereiche beobachtet werden, wenn es um die Effizienz einer Säge geht. Einmal die Sägegeschwindigkeit, also die Zeit in der sich das Sägeblatt wirklich im Einsatz, im Material befindet. Dieser Bereich wurde mit den bereits erwähnten sehr leistungsstarken und energieeffizienten Antrieben und der entsprechenden Auslegung der ganzen Maschine optimiert. Zum anderen werden die sogenannten Nebenzeiten der Anlagen, das sind beispielsweise die Materialvermessung oder die Positionierung des Materials, ganz genau analysiert und verbessert.

Um eine Anlage möglichst effizient zu bedienen, sollte aber auch der dritte Teilbereich beachtet werden. Hier werden Nebenzeiten im Materialfluss wie beispielsweise die Materialbeschickung, die Teileentnahme und auch die Resteverwaltung unter die Lupe genommen.

Prinzip „Spezialisierung“

APR: Die Digitalisierung kommt mit großen Schritten. Wie macht sich der digitale Wandel in Verhältnis zu den Kunden bemerkbar?

Simon Schultz: Moderner Stahlhandel ist vielfältig und äußerst spannend. Wir beobachten, dass die Bedürfnisse unserer Kunden zunehmend komplex werden. Unser Anspruch ist, mit dem Markt zu wachsen und unsere logistischen Prozesse zukunftsfähig zu gestalten.  Seit Anfang letzten Jahres werden bei Weinmann Aach sämtliche Handelsabläufe – vom Wareneinkauf über die Einlagerung bis hin zum Versand –  durch ein kluges und auf die Bedürfnisse der Metallbranche zugeschnittenes ERP-System unterstützt. Von der erhöhten Effizienz und der digitalen Vernetzung aller Prozesse profitieren nicht zuletzt auch unsere Kunden.

Siegi Flatz: Auch beim großen Thema Digitalisierung bleiben wir unserem Prinzip „Spezialisierung“ treu. Für uns als Maschinenbauer muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass nicht nur die Hardware sondern auch die Software auf neuestem Stand der Technik umgesetzt wird. Die Kommunikation zwischen „intelligenten“ Maschinen aber auch zu vor- und nachgelagerten Prozessen und (ERP-)Systemen muss unkompliziert und einfach implementiert werden können.

Insbesondere im Servicebereich sehen wir mithilfe digitaler Technologien viele Möglichkeiten, unseren Kunden konkrete Mehrwerte zu bieten. So beispielsweise im Bereich Preventive Maintenance mithilfe detaillierter Maschinendatenerfassung oder auch bei Unterstützung der Fernwartung zum Beispiel mit Smartglasses.

Spannender Metallmarkt

APR: Die Corona-Pandemie hat insgesamt für Konjunkturdellen gesorgt. Schildern Sie uns bitte kurz die Stimmungslage in Ihrer Branche?

Simon Schultz: Was derzeit auf dem Metallmarkt passiert, ist äußerst spannend. Selten war die Versorgungslage so schwierig: die Preise haben sich rasant nach oben entwickelt, die Lieferzeiten sind extrem lang. Davon sind nahezu alle Produktbereiche unserer Aluminiumsparte betroffen. Materialwirtschaftlich sinnvoll und mit Weitblick zu planen, ist für uns die große Herausforderung. Wir sind gespannt, wie sich der Markt in den kommenden Monaten entwickeln wird, auch vor dem Hintergrund der noch immer nicht überstandenen Corona-Pandemie.

Siegi Flatz: Selbstverständlich bleiben solche Jahrhundertereignisse wie die Corona-Pandemie auch in unserer Branche nicht ohne Folgen. Neben der einigermaßen verhaltenen Stimmung im Bereich Aerospace haben wir aktuell wieder sehr viele, sehr positive Gespräche mit unseren Kunden. Die Stimmung und Marktaussicht ist absolut gut, wobei die großen Herausforderungen aktuell weniger im Absatz- als vielmehr im Beschaffungsbereich liegen.

Wir freuen uns jedenfalls auf eine erfolgreiche Aluminiummesse Ende September in Düsseldorf und darauf, möglichst viele Besucher auf unserem Stand endlich wieder persönlich treffen zu dürfen.

APR: Herr Schultz, Herr Flatz, vielen Dank für das Gespräch.

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