Gießerei entwickelt Wasserstoff-betriebenen Schmelzofen

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Die Soltauer Gießerei G.A. Röders entwickelt mit weiteren klimaschutzbewussten Firmen den ersten Wasserstoff-betriebenen Tiegelschmelzofen für Aluminium.

„Mit dem mit Wasserstoff betriebenen Ofen möchten wir als G.A. Röders Vorreiter in unserer Branche für den Klimaschutz werden“, erklären die beiden Geschäftsführer der Gießerei, Gerd und Andreas Röders.

An dem Projekt sind weitere Partner beteiligt, und zwar die Universität Braunschweig mit dem Institut für Schweißtechnik und dem Leichtmetallzentrum, das eine Außenstelle in Soltau betreibt, sowie die Unternehmen Bohai Trimet Automotive, ChemTrend, der Datenspezialist Netco Professionals, sowie Neo hydrogen Sensors als Hersteller des Wasserstoffbrenners.

Bundesregierung fördert Wasserstoff-Schmelzofen-Projekt

Dieses ambitionierte, insgesamt über 3 Mio. EUR teure Vorhaben unterstützt das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit Fördergeldern in Höhe von 1,5 Mio. EUR. Davon erhält Röders 140.000 EUR. „Darüber hinaus werden wir als Gießerei selbst rund 150.000 EUR in die Hand nehmen, um noch energieeffizienter wirtschaften zu können“, so die Geschäftsführer von G.A. Röders. Auch die weiter genannten Unternehmen investieren über 1 Mio. EUR in das Forschungsprojekt.

Über die Entwicklung des neuen Wasserstoff-Ofens hinaus sollen auch alle anderen Energieverbräuche und der CO2-Fußabdruck mithilfe künstlicher Intelligenz optimiert werden. „Für Röders ist es eine der interessantesten Forschungsarbeiten in den letzten Jahren und wir hoffen, so in einigen Jahren nicht mehr auf Gas angewiesen zu sein“, bestätigt Gerd Röders.

Gießerei Röders investiert in Reduzierung seines CO2-Fußabdrucks

Damit führt die G.A. Röders den bereits vor längerer Zeit eingeschlagenen Weg der Gießerei zu mehr Nachhaltigkeit fort. Schon seit über zwei Jahren bezieht die Gießerei für ihre deutschen Standorte ausschließlich Ökostrom. Auch für das Gas, das überwiegend zum Schmelzen von Aluminium genutzt wird, zahlt die Firma eine freiwillige CO2-Ausgleichsabgabe, um weitgehend klimaneutral zu produzieren. Dazu tragen auch die eigenen Solaranlage und das zertifizierte Energiemanagementsystem bei.

Drastisch steigende Energiepreise gefährden Arbeitsplätze

Aktuell zeigen sich die Inhaber von G.A. Röders allerdings mit Blick auf die explodierenden Energiepreise besorgt. „Für unsere drei Standorte in Deutschland und der Tschechischen Republik werden sich die Energiekosten im Jahr 2022 um über 2 Mio. EUR verteuern“, so Andreas Röders. „Es wird schwer, diese Mehrkosten an unseren Kunden weiterzureichen, da es sich oft um große Konzerne der Automobil- und Luftfahrtindustrie handelt.“

Deswegen seien die angekündigten Unterstützungen für die energieintensive Industrie beim Wandel von fossiler zu regenerativer Energie dringend notwendig, „andernfalls werden Tausende Arbeitsplätze und das damit verbundene Know-how aus Deutschland für immer verschwinden. Für uns stellen die Energiepreise eine noch größere existenzielle Bedrohung dar als die Corona-Pandemie.“

Tatsächlich investieren nach Informationen der Wirtschaftsvereinigung Metalle  schon jetzt die energieintensiven Unternehmen 18 % weniger in neue Anlagen als notwendig wäre, um die Industrie wenigstens zu erhalten. Setze sich dieser Trend fort, würden die Produktionsstätten von der Substanz leben und ihnen drohe mittelfristig die Aufgabe der jeweiligen Firmenstandorte, so die Röders-Geschäftsführer.

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