Hohe Energie- und Rohstoffpreise bedrohen Gießereien

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Die wirtschaftliche Situation der Gießereien in Deutschland ist mehr als dramatisch. Der Branchenverband BDG fordert die Politik zum Handeln auf.

Der Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) verurteilt den Angriffskrieg auf die Ukraine auf das Schärfste und begrüßt die Sanktionen gegen Russland. Ergänzend betont der Branchenverband den Ernst der Lage und fordert die Politik und die Kunden zum Handeln auf, um den Erhalt der Wertschöpfungskette am Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern. Die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland belasten laut BDG Gießereien in einem noch nie da gewesenen Ausmaß. Sie seien für den gesamten Industriezweig in Deutschland wirtschaftlich Existenz bedrohend.

Hohe Energie- und Rohstoffpreise belasten

Nachdem die Corona-Pandemie die Branche stark gebeutelt habe, folge statt der angedeuteten Erholung nun die nächste große Krise. „Die Auftragsbücher der Betriebe füllen sich wieder, doch trotzdem müssen einige Unternehmen fürchten, aufgrund der Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland, in die Insolvenz zu rutschen“, so der BDG. Die Ursachen dafür kommen von zwei Seiten. Auf der einen stehen die Energiepreise: Noch gebe es keine spürbare Knappheit in Deutschland, dennoch stiegen die Preise weiterhin in schwindelerregende Höhen. Auf der anderen Seite stünden die Beschaffungskosten: Wichtige Rohstoffe, wie Aluminium, Nickel, Zink, Magnesium und metallische Einsatzstoffe kämen aus dem Ausland und würden aktuell zu schwer kalkulierbaren Höchstpreisen verkauft. Besonders dramatisch sei die Situation bei Roheisen: Ca. 25 % des in deutschen Gießereien eingesetzten Roheisens stammt laut BDG aus Russland. Diese Lieferungen fielen nun weg und könnten nicht ohne weiteres durch Lieferanten aus anderen Ländern ersetzt werden.

Gießereien brauchen Unterstützung der Politik

Guss wird beispielsweise zwingend für erneuerbare Energien benötigt. „Ohne Gießerei-Industrie in Deutschland werden wir daher nicht weniger, sondern noch stärker auf ausländische Lieferanten angewiesen sein. Nur das wir bei diesen keinen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck, Arbeitssicherheit und andere Faktoren haben“, so der BDG weiter. Der Verband benötige daher Unterstützung sowohl von der Politik als auch von den Kunden der Branche. Die energieintensiven Betriebe seien auf wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesen. Es müsse zwingend ein entsprechender Industriestrompreis eingeführt werden, der die Unternehmen entlaste und ihnen Handlungsspielraum ermögliche. Gleiches gelte für Gaspreise. Hier müsse eine spürbare Entlastung geschaffen und auf weitere Verteuerung verzichtet werden. Zudem fordert der BDG die Politik auf, sich bereits jetzt mit der Entwicklung langfristiger Lösungen zu beschäftigen und steht für Beratungs- und Vermittlungsgespräche zur Verfügung. Von den Abnehmern fordert der Industrieverband die Beschaffungssituation mit den zuliefernden Gießereien zu diskutieren und die wirtschaftlichen Risiken gemeinsam zu tragen.

 

 

 

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