Lieferungen von Alu-Aerosoldosen rückläufig

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Die weltweiten Lieferungen von Aluminium-Aerosoldosen sind im ersten Halbjahr 2021 um fast 4 % auf rund 2,9 Mrd. Einheiten zurückgegangen.

Wie der Branchenverband Aerobal mitteilt, haben die Alu-Aerosoldosen-Lieferungen seiner Mitglieder unter anderem bei Deodorants und Haarsprays (wie auch der gesamte Kosmetikbereich) gelitten, da die Konsumenten pandemiebedingt weniger ausgingen. Deshalb gaben die Lieferungen in den mengenmäßig dominierenden Deomarkt, die rund 60 % des gesamten Branchenabsatzes ausmachen, um knapp 2 % nach. Die Lieferungen in das Haarspraysegment waren erheblich stärker betroffen und deutlich zweistellig rückläufig.

Aerosoldosen-Lieferungen in den Lebensmittelsektor entwickeln sich sehr dynamisch

Äußerst dynamisch entwickelten sich dagegen die Lieferungen in den Lebensmittelsektor, da die Konsumenten mehr Zeit zu Hause verbrachten und ihre Speisen selbst kochten. Die weltweiten Ablieferungen in diesen Markt, der derzeit jedoch noch als Nischenmarkt betrachtet werden muss, konnten um fast 50 % zulegen. Die Pandemie-bedingte Sonderkonjunktur bei Desinfektionsmitteln in 2020 setzte sich im Jahr 2021 nicht fort, da diese Produkte eher in Kunststoffflaschen verpackt werden.

Explodierende Rohstoffpreise bereiten Sorgen

„Große Sorgen macht den Aerobal-Mitgliedern der explodierende Aluminiumpreis. Die Hersteller, die sich jetzt mit Metall eindecken müssen, sind in der Bredouille. Weitere relevante Kostentreiber sind Lacke, Druckfarben, Kartonagen, Energie, Löhne und Transportdienstleistungen. Der Druck kommt also von allen Seiten gleichzeitig“, so Aerobal-Verbandspräsident Leopold Werdich.

Während in anderen Branchen aufgrund der angespannten Situation auf den Rohstoffmärkten bereits über Lieferengpässe berichtet wird, sind die Lieferketten in der Aluminium-Aerosoldosenindustrie bislang noch stabil. Jedoch steigt auch hier die Nervosität.

Engpass Schrottverfügbarkeit

Das Thema Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung hat in der Branche weiter hohen Stellenwert. Insbesondere der Kundenwunsch nach der Verwendung von Recyclingmaterial in Aluminium-Aerosoldosen stellt aufgrund der begrenzten Schrottverfügbarkeit bei gleichzeitig hoher Nachfrage eine große Herausforderung für die Hersteller dar.

Die allgemeine Stimmung in der Branche sei aufgrund der extremen Kostenbelastung gedämpft, auch wenn die aktuelle Nachfrage zufriedenstellend verlaufe, heißt es in einer Branchenmitteilung. Mit einem nachhaltigen Aufschwung wird erst im kommenden Jahr gerechnet.

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